Beide Häuser in Lonau sind Fachwerkhäuser, gebaut vor 1800. Über die Jahrzehnte kamen Baumarktfliesen, PVC, Tapeten und Kunststofffarbe dazu. Das alles kommt jetzt wieder raus. Hier schreiben wir auf, was wir tun, warum, und was wir dabei lernen.
Ein Fachwerkhaus ist aus Holz, Lehm und Kalk gebaut. Diese Stoffe nehmen Feuchtigkeit auf und geben sie wieder ab, und solange das Holz danach trocknen kann, bleibt es gesund. So sind unsere beiden Häuser weit über zweihundert Jahre alt geworden.
Über die Jahrzehnte kam in vielen alten Häusern etwas anderes dazu, auch bei uns: Fliesen aus dem Baumarkt, PVC über den Dielen, Tapete und Kunststofffarbe auf den Lehmwänden. Das sah eine Weile ordentlich aus, passt aber nicht zum Haus.
Unser Plan: Was das Haus dicht macht, kommt raus. Hinein kommen Stoffe, die zum Fachwerk passen und die man später wieder ausbauen kann: Lehmputz und Lehmfarbe, Kalk, Hanf, Holzfaser, geölte Dielen. Den Strom liefert schon jetzt zum Teil das Balkonkraftwerk am Haus.
Wir machen das nicht über Nacht. Wir fangen mit Mariental 10 an, Am Platze 9 folgt. Hier seht ihr den Stand, mit Fotos von vorher und nachher, und was wir unterwegs lernen.
Für die Baustelle: ausdrucken, an die Wand hängen, abhaken. Kostenlos und ohne Anmeldung.
Das Haus wird gerade komplett saniert, Raum für Raum. Unsere eigene Regel dabei: höchstens zwei Räume gleichzeitig aufmachen und nichts aufbohren, nur um mal nachzusehen. Ein über 200 Jahre altes Haus beantwortet jede Frage mit drei neuen.
Ein Fachwerkhaus trägt sich über ein Gerüst aus Holz. Die Felder dazwischen, die Gefache, sind nur ausgefüllt, nicht tragend.
Alles Stoffe, die es schon gab, als das Haus gebaut wurde, oder die genauso mit Feuchte umgehen.
Nicht alles Moderne ist schlecht für ein altes Haus. Das Problem sind Schichten, die Feuchte einsperren oder auf denen Lehm nicht hält.
Was wir beim Sanieren über die einzelnen Materialien gelernt haben, mit Arbeitsschritten, Fehlern und Quellen.
Lehmputz puffert Feuchtigkeit: Er nimmt sie auf, wenn gekocht oder geduscht wird, und gibt sie danach langsam wieder ab. Die Luft schwankt dadurch weniger stark. Die durchschnittliche Feuchte im Raum senkt aber nur das Lüften, das bleibt also auch bei uns wichtig. Das Umweltbundesamt empfiehlt 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte.
Mit PVC-Böden und Vinyltapeten verschwinden zwei Quellen für Weichmacher in der Raumluft. Hinein kommen Stoffe aus Erde, Kalk, Pflanzenfasern und Holz.
Was wir nicht behaupten: dass Lehm Allergien lindert, Krankheiten heilt oder Gerüche und Schadstoffe aus der Luft holt. Dafür gibt es keine belastbaren Studien, und wir schreiben hier nur, was sich belegen lässt.
Das ist unsere Faustregel, keine Planung für euer Haus. Wer selbst saniert, lässt Dämmung und Feuchteschutz von Fachleuten berechnen.
Die Bauphysik auf dieser Seite haben wir aus Fachquellen zusammengetragen, Stand Oktober 2026. Sie ersetzt keine Planung durch Fachleute für euer eigenes Haus. Zum Weiterlesen:
Ja, und zwar für jeden Bodenaufbau einzeln. Der Kleber unter den PVC-Platten im Obergeschoss war im Labor negativ auf Asbest und PAK, erst danach haben wir weitergearbeitet. Der Fliesenkleber im Bad wird noch untersucht. Bei alten Belägen und Klebern sollte man das immer vorher tun.
Nicht im Sinn von Luft. Gemeint ist, dass Feuchtigkeit durch die Wand wandern und wieder austrocknen kann. Deshalb keine dichten Schichten wie Zementputz, Kunststofffarbe oder Dampfsperren auf Fachwerk.
Weil Zementputz und Kunststofffarbe genau das sind, was einem Fachwerkhaus schadet: Sie halten Feuchte fest, und das Holz dahinter bleibt nass. Lehm und Kalk lassen sie wieder heraus.
Nein. Lehm speichert Wärme und Feuchte, gedämmt wird mit Hanf, Holzfaser oder Leichtlehm, in dem Lehm nur das Bindemittel ist.
An Wänden, an die kein Wasser direkt spritzt, ja. Lehm wird bei Nässe aber wieder weich. An der Dusche selbst braucht es Kalk und eine Abdichtung, das ersetzt weder Lehm noch Kalk.
Er wirkt schimmelhemmend, weil er stark alkalisch ist, aber nicht für immer: Mit der Zeit lässt das nach. Die Ursache von Schimmel ist immer Feuchte, also bleibt Lüften wichtig.
Für Dämmung zahlt das BAFA in der Bundesförderung für effiziente Gebäude einen Zuschuss, Stand Oktober 2026 15 Prozent, mit Energieberater. Bei Baudenkmälern gibt es eigene Steuerregeln. Die Steuerermäßigung nach § 35c gilt nur für selbst bewohnte Häuser. Fragt für euer Haus einen Energieberater.
Holzbalken, Lehmwände, Wald vor der Tür. Nennt uns euren Wunschzeitraum, wir sagen euch, welches Haus frei ist und wie weit wir mit dem Umbau sind.
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