Bei unserem Sichtfachwerk kommt eine Dämmung von außen nicht in Frage. Bleibt die Innendämmung, und die ist im Fachwerk das heikelste Thema überhaupt: Fehler beschädigen hier das Haus, nicht nur das Budget. Hier steht, was wir gelernt haben, bevor wir eine Außenwand anfassen.
Ohne Dämmung kann eine Fachwerkwand nach beiden Seiten austrocknen, auch zum Raum hin. Eine Innendämmung macht die Wand kälter und verringert ihre Toleranz gegenüber Feuchte. Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik rät deshalb, sie nur bei geringer Schlagregenbelastung einzusetzen und jeden Hohlraum zwischen Dämmung und Wand zu vermeiden. Ein Holzfaser-Hersteller ergänzt: Stark bewitterte Seiten nur innen dämmen, wenn sie außen zusätzlich verkleidet sind, etwa verschiefert.
Für uns heißt das: Bevor wir eine Außenwand anfassen, rechnet ein Energieberater mit Fachwerkerfahrung den Aufbau durch. Für Fachwerk mit Schlagregen und Feuchtetransport geht das nur mit einer hygrothermischen Simulation, die gängige Software dafür heißt WUFI und stammt vom Fraunhofer IBP. Nicht jeder Energieberater rechnet das selbst, also vorher fragen.
Stand in Mariental 10: Die Außenwände sind noch nicht gedämmt. Diese Seite ist unsere Vorbereitung.
Für die Baustelle: ausdrucken, an die Wand hängen, abhaken. Kostenlos und ohne Anmeldung.
Unser Fazit: moderate Stärken, und die genaue Dicke für jede Wand rechnen lassen.
Die Angaben haben wir aus Fachquellen und Herstellerblättern zusammengetragen, Stand Oktober 2026. Sie ersetzen keine Planung und nicht das Merkblatt des Produkts, das ihr verwendet. Zum Weiterlesen:
Nach dem Fachwerk-System eines Holzfaser-Herstellers. Andere Systeme weichen im Detail ab, maßgeblich ist das Merkblatt des Produkts.
Eine dichte Dampfsperre ist im Fachwerk schädlich, darüber sind sich alle einig: Die Wand kann dann kaum noch zum Raum hin trocknen.
Bei der feuchtevariablen Dampfbremse gehen die Meinungen auseinander. Der Holzfaser-Hersteller hält Dampfbremsen bei seinem Fachwerk-System für nicht empfehlenswert und setzt auf einen Aufbau, der Feuchte verteilt. Das Fraunhofer IBP sieht eine feuchtevariable Bremse bei Faserdämmstoffen dagegen positiv, sie schließt sich im Winter weitgehend und öffnet sich im Sommer. Für Vorsatzschalen aus Ständerwerk und Platten verlangt auch der Hersteller ein feuchtevariables Dampfbremsvlies.
Für uns heißt das: kein Dogma, sondern eine Entscheidung je Wand, gerechnet vom Planer.
Ein Fenster wird ohne Bauschaum so eingebaut: zuerst mechanisch im Mauerwerk oder Fachwerk befestigen, dann die verbleibende Fuge mit Stopfmaterial füllen, also Hanf, Flachs, Wolle oder Kokos. Raumseitig kommt eine Lage, die Dampf bremst, außen ein Anschluss, der Schlagregen abhält und trotzdem offen ist. Stopfmaterial schwindet nicht, dämmt die Fuge und lässt sich beim Ausbau wiederverwenden.
Zwischen Balken und Gefach entstehen immer Schwindfugen, weil Holz und Lehm quellen und schwinden. Gestopfter Hanf füllt sie und bleibt elastisch. Er ist aber keine Luftdichtung, dafür braucht es den Putz oder eine eigene Schicht. Und keine absperrenden Kitt- oder Spachtelmassen hinein.
Wie fest man stopft, dazu gibt es keine verlässliche Fachquelle, nur Herstellerangaben. Wir halten uns an die Merkblätter des Produkts.
Holzfaserplatten sind fest genug, um sie zu kleben und direkt zu verputzen. Hanf- und weiche Holzfasermatten sind biegsam und gehören in eine Ständer- oder Lattenkonstruktion mit Bekleidung, also in eine Vorsatzschale.
Holzfaserdämmung ist normal entflammbar, Baustoffklasse B2 beziehungsweise Euroklasse E. In notwendigen Treppenräumen müssen Bekleidungen, Putze und Dämmstoffe nicht brennbar sein. Kleine Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 und 2 brauchen zwar meist keinen eigenen Treppenraum, aber wie das im eigenen Fall aussieht, klärt man mit der Bauaufsicht.
Bei uns kommt an die Wand zum Nachbarhaus keine Holzfaser: Sie wäre dort brennbar, und dämmen würde sie nichts, denn dahinter steht ein beheiztes Haus. Lehmputz ist dagegen nicht brennbar. Eine Fachwerkwand mit Lehmausfachung und mindestens einseitig 1,5 cm Putz ist in der DIN 4102-4 als feuerhemmend eingestuft.
Belegt ist ein älterer WTA-Grenzwert, der etwa 3 bis 4 cm Holzfaser entspricht. Mit sorgfältiger, luftdichter Ausführung und Nachweis geht mehr, ein Hersteller nennt für sein Fachwerk-System höchstens 60 mm. Für jede Wand rechnen lassen.
An der Fachwerk-Außenwand besser nicht. Mineralwolle transportiert keine Feuchte, und eine Dampfsperre hält sie im Aufbau fest. Kapillaraktive Stoffe wie Holzfaser oder Kalziumsilikat sind geeigneter.
Eine dichte Dampfsperre nein. Ob eine feuchtevariable Dampfbremse sinnvoll ist, hängt vom Aufbau ab, darüber sind sich auch Fachleute nicht einig. Das entscheidet der Planer für die konkrete Wand.
Ein Energieberater mit Fachwerkerfahrung, am besten mit hygrothermischer Simulation. Experten für die Bundesförderung findet man in der Energieeffizienz-Expertenliste.
Nein. Fenster zuerst mechanisch befestigen, dann mit Hanf oder Flachs stopfen, innen dampfbremsend, außen schlagregendicht anschließen.
Holzbalken, Lehmwände, Wald vor der Tür. Nennt uns euren Wunschzeitraum, wir sagen euch, welches Haus frei ist.
Verfügbarkeit prüfen