In Mariental 10 kommt hinter mehreren Schichten Tapete fast überall Lehm zum Vorschein. Der bleibt, wo er fest ist, und bekommt neuen Lehm obendrauf. Hier steht, wie das geht, was wir dabei beachten und welche Fehler man vermeiden sollte.
Lehm wird nicht gebrannt, nur getrocknet, und mit Wasser wird er wieder formbar. Er nimmt Luftfeuchte um ein Vielfaches stärker auf als Kalk-, Gips- oder Zementputz und federt so die Spitzen nach Kochen und Duschen ab. Spürbar wird das laut Dachverband Lehm ab etwa 1,5 Zentimetern Putzstärke.
Was Lehm nicht kann: dämmen, Lüften ersetzen und nass werden. Er speichert Wärme, aber er dämmt nicht. Die durchschnittliche Luftfeuchte senkt nur das Lüften. Und wo Wasser steht oder läuft, wird er wieder weich.
Für ein Fachwerkhaus ist er trotzdem das naheliegende Material: Er verhält sich gegenüber Feuchte ähnlich wie Holz, haftet auf altem Lehm, und kaputte Stellen bessert man mit Lehm aus. Mehr dazu, warum Gips und Zement hier schaden, auf der Seite Was nicht ins Fachwerkhaus gehört.
Für die Baustelle: ausdrucken, an die Wand hängen, abhaken. Kostenlos und ohne Anmeldung.
Proben aus der Maler-Ausbildung. Jede gilt nur für die Stelle, an der man sie macht, schon 30 Zentimeter weiter kann es anders aussehen. Also an mehreren Stellen prüfen.
Im Flur und Treppenhaus von Mariental 10 kleben mehrere Schichten Tapete auf dem Lehm. Die Hersteller von Lehmputz sind sich einig, dass Tapete und Kleisterreste vollständig runter müssen, Rauhfaser und Vinyltapeten sind zum Überputzen ungeeignet.
Wie man das macht, ohne den Lehm zu durchnässen, steht in keinem Merkblatt. Unser Vorgehen: zuerst trocken abziehen und kratzen, so weit es geht. Wo es klemmt, nur bahnweise mit der Sprühflasche anfeuchten und kurz einwirken lassen, Wasser nicht laufen lassen, keine Dampfgeräte. Vorher an einer Stelle testen, wie schnell der Lehm darunter weich wird.
Die Trocknungszeiten streuen stark. Im Harzer Herbst rechnen wir eher länger und messen nach, statt nach Kalender weiterzuputzen.
Die Angaben haben wir aus Fachquellen und Herstellerblättern zusammengetragen, Stand Oktober 2026. Sie ersetzen keine Planung und nicht das Merkblatt des Produkts, das ihr verwendet. Zum Weiterlesen:
Lehmfarbe ist ein dünner Anstrich aus Lehm, Lehmstreichputz dasselbe mit gröberem Korn. Allein puffert sie nur kurz, die Wirkung aufs Raumklima kommt vom Putz darunter. Aber sie lässt ihn arbeiten.
Der Putz muss ganz trocken, fest und staubfrei sein, mindestens 5 Grad bis zur Trocknung. Auf frischen Lehmputz kommt zuerst eine weiß pigmentierte Grundierung, sonst scheint der braune Lehm durch. Das Pulver 30 Minuten quellen lassen, durchrühren und mit der Bürste im Kreuzschlag nass in nass auftragen. Während der Arbeit nicht heizen, nicht lüften, nichts trockenblasen.
In der Regel braucht es zwei Anstriche, der zweite sieht nass zunächst lasierend aus. Zum Abtönen höchstens etwa 6 Prozent Pigment, sonst reißt oder kreidet der Anstrich. Immer erst ein Muster anlegen und trocknen lassen.
Lehmfarbe bleibt wasserlöslich. Man kann sie ohne Vorbereitung mit Lehmfarbe überstreichen, kleine Schäden lassen sich ausbessern. Abwaschbar ist sie nicht. Wer tapezieren will, nimmt Papiertapete, keine Kunststofftapete.
Der Dachverband Lehm schreibt es klar: Stehendes oder fließendes Wasser darf nicht an Lehm kommen. Rund um Dusche, Wanne und Waschbecken werden Wand und Boden wasserfest bekleidet, zum Beispiel gefliest. Hinter Fliesen wirkt Lehm ohnehin nicht, dort sind mineralische Putze unproblematischer.
Auf den übrigen Wänden im Bad fängt Lehmputz die Feuchte nach dem Duschen gut ab. Für schwere Hängeschränke vorher ein Tragholz einbauen, Lehmputz trägt keine Dübel wie Beton. Mehr zu Kalk im Bad auf der Seite Kalkputz und Kalkfarbe.
Nein. Lehmputz hält nur mechanisch, Tapete, Kleister und Kunststofffarbe müssen vollständig runter. Auf altem, festem Lehm hält er dagegen gut.
Als Faustwert rund eine Woche je Zentimeter bei guten Bedingungen, dünne Lagen ein bis zwei Tage. Die Angaben der Hersteller streuen stark, im Herbst und Winter dauert es länger. Frostfrei trocknen lassen und für Luftbewegung sorgen.
Für die Wirkung aufs Raumklima ab etwa 1,5 Zentimetern. Üblich ist ein Unterputz von 10 bis 20 Millimetern und ein Oberputz ab 3 Millimetern.
Ein Putzträger, am besten Schilfrohr, mit Edelstahl befestigt, und an den Übergängen Gewebe. Am Rand zum sichtbaren Holz schneidet man den weichen Putz mit dem Cutter ab, das gibt eine saubere Fuge.
Ja, aber nicht im Spritzwasser. Dort wird wasserfest bekleidet, zum Beispiel mit Fliesen. Auf den anderen Wänden nimmt Lehm die Feuchte nach dem Duschen gut auf.
Holzbalken, Lehmwände, Wald vor der Tür. Nennt uns euren Wunschzeitraum, wir sagen euch, welches Haus frei ist.
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