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Ferienhaus Lonau›Ausflugsziele im Harz›Borkenkäfer im Harz
Abgestorbene Fichten und junge Bäume am Eckerlochstieg unterhalb des Brockens
Wald im Wandel · Nationalpark Harz · Stand 2026

Borkenkäfer im Harz –
warum der Wald so aussieht und was nachwächst

Wer heute auf den Brocken oder den Acker steigt, läuft durch graue Fichtenskelette, dazwischen Birken, Ebereschen und meterhohe Himbeeren. Das ist kein Unfall, sondern ein Umbau, den ein fünf Millimeter kleiner Käfer angestoßen hat. Hier steht, was passiert ist, was kommt und wo man es sieht.

Rund 90 % der Fichten im Nationalpark tot
Auslöser: Sturm 2018 und fünf Dürrejahre
Buche bleibt verschont
Das Tal um Lonau ist grün
Was passiert ist

Ein Sturm, fünf trockene Sommer, ein Käfer

Am 18. Januar 2018 warf der Orkan Friederike im Harz Fichten in Millionenzahl um. Das liegende Holz war das Brutbett, der heiße Sommer danach der Brutkasten: Der Buchdrucker, ein Borkenkäfer von vier bis fünf Millimetern, schafft bei Wärme zwei bis drei Generationen im Jahr, und jedes Weibchen legt seine Gänge unter die Rinde. Eine gesunde Fichte wehrt sich mit Harz. Eine durstige Fichte nach dem dritten Dürresommer kann das nicht mehr.

Im Nationalpark hatte sich der Befall stehender Bäume 2019 gegenüber 2018 versiebenfacht. Die Fläche dieses einen Jahres war größer als die aller Jahre von 2006 bis 2018 zusammen. Bis Juli 2024 meldete das niedersächsische Umweltministerium mehr als 11.600 Hektar verlorenen Fichtenwald, rund 90 Prozent des früheren Bestands. Das ist etwa die halbe Fläche des Parks.

Warum niemand aufräumt

Auf über 70 Prozent seiner Fläche lässt der Nationalpark die Natur seit Jahren allein, das ist sein gesetzlicher Auftrag: „Natur Natur sein lassen“. Bekämpft wird der Käfer nur in einem rund 500 Meter breiten Streifen an der Außengrenze, damit er nicht in die Wirtschaftswälder der Nachbarn springt. Alles andere bleibt stehen oder liegt, wo es fällt. Das sieht unordentlich aus und ist genau so gemeint: Totholz speichert Wasser, beschattet die Keimlinge, schützt sie vor Frost und Reh und liefert über Jahrzehnte Nährstoffe.

Dass die Fichte überhaupt so flächig stand, ist eine Folge des Bergbaus: Natürlich wächst sie im Harz erst ab etwa 750 Metern. Darunter gehört der Berg der Buche, und die lässt der Buchdrucker in Ruhe. Deshalb ist das Tal um Lonau grün geblieben, während oben auf dem Acker die Fichten stehen und fallen. Mehr dazu auf der Seite zum Buchenwald um Lonau.

Die Zahlen

Der Waldwandel in Zahlen, Stand 2026

Amtliche Zahlen gibt es bis 2024, neuere hat der Nationalpark noch nicht veröffentlicht. Alles, was hier steht, ist mit Quelle belegt.

Nationalpark Harz24.703 Hektar, davon 15.847 in Niedersachsen; seit 2006 ein Park aus zwei Vorgängern von 1990 und 1994
Verlorener Fichtenwaldmehr als 11.600 Hektar seit 2018, rund 90 Prozent des Fichtenbestands (Umweltministerium, Juli 2024)
Naturdynamikzoneüber 70 Prozent der Fläche ohne Eingriff, 2006 waren es 41 Prozent; Ziel laut Gesetz 75 Prozent
Bekämpfungnur im etwa 500 Meter breiten Streifen an der Parkgrenze, mechanisch, ohne Chemie
Gepflanztrund 7 Millionen Laubbäume seit 2008, vor allem Buche, dazu Bergahorn und Erle; am Bruchberg allein 1,2 Millionen Buchen
Der KäferBuchdrucker, 4 bis 5,5 Millimeter, fliegt ab 16,5 Grad, zwei bis drei Generationen im Jahr, befällt praktisch nur Fichte

Zeiten und Preise auf dieser Seite sind eine Stichprobe von uns, Stand Oktober 2026. Sie können sich ändern – bitte vor dem Ausflug direkt beim Anbieter nachsehen:

Wo man es sieht

Fünf Orte, an denen der Wandel zu sehen ist

Nach rechts wischen. Vom Haus aus beginnt die Tour auf dem Acker, der Rest liegt eine halbe bis eine Stunde entfernt.

Tote Fichten im Schnee auf dem Acker bei der Hanskühnenburg

Der Acker ab Haustür

Von Lonau durchs Kirchtal auf den Kamm: unten Buche, ab 600 Metern Fichte, oben an der Hanskühnenburg der Blick über graue Stämme bis zum Brocken. Die Baude hat trotzdem auf. Zur Hanskühnenburg

Nasse Felsplatten und junge Fichten am Eckerlochstieg

Eckerlochstieg zum Brocken

Der steinige Aufstieg ab Schierke führt mitten durch das Lehrstück: tote Stämme, darunter kniehohe Fichten, Birken und Ebereschen, die niemand gepflanzt hat. Zur Brocken-Seite

Urwaldstieg am Brocken

Rund 200 Meter Bohlenweg unterhalb des Gipfels durch einen Fichtenwald, in den seit Jahrzehnten niemand eingreift. Bäume bis 300 Jahre, umgestürzt, überwachsen, neu: So sieht Wald aus, wenn man ihn lässt.

WaldWandelWeg bei Torfhaus

Rund 180 Meter mit Stationen, anderthalb Kilometer vom Besucherzentrum. Zeigt Schritt für Schritt, wie aus toter Fichte Jungwald wird. Die Tafeln stehen von Frühjahr bis Herbst. Zur Torfhaus-Seite

Mit dem Ranger

Der Nationalpark bietet den „Wildnisspaziergang“ ab Bad Harzburg und die ganztägige Wilde-Wald-Wandel-Tour von Torfhaus nach Bad Harzburg, rund 15 Kilometer, gegen Spende. Termine auf der Seite des Nationalparks. Nationalpark Harz ↗

Was kommt

Der neue Wald wächst schon

Wer genau hinsieht, findet zwischen den grauen Stämmen keinen kahlen Boden, sondern Dickicht: Himbeere und Brombeere im ersten Jahr, Birke, Aspe und Eberesche in den nächsten, dazwischen überall junge Fichten aus dem Samenvorrat im Boden. In den Hochlagen über 750 Metern ist die Fichte zu Hause und wird mit der Eberesche wieder das Bild prägen. In den mittleren und unteren Lagen setzen sich Laubbäume durch, mit Nachhilfe: Seit 2008 hat der Nationalpark rund sieben Millionen Laubbäume gepflanzt, die meisten Buchen aus Harzer Saatgut. Ein Viertel bis ein Drittel aller Waldarten lebt von Totholz, am Abbau eines einzigen Stamms sind rund 600 Großpilz- und 1.350 Käferarten beteiligt.

Der Nationalpark nennt die toten Fichten „eine kurze Zwischenstation“ und erwartet auf den meisten Flächen in wenigen Jahren wieder einen Wald, der so heißt. Bis dort Bäume stehen, unter denen man im Schatten rastet, vergehen Jahrzehnte. Die am Bruchberg gepflanzten Buchen, die ältesten 23 Jahre alt, haben drei Dürrejahre hintereinander erstaunlich gut überstanden.

Die Initiative Harzer Waldsterben, getragen von Forstleuten, hält den Verzicht auf Bekämpfung für einen Fehler und fordert Eingriffe. Der Nationalpark antwortet, dass Räumen auf dieser Fläche weder bezahlbar noch für den Wald gut wäre. Eine Befragung von Besuchern ergab, dass fast drei Viertel die toten Bäume stehen lassen wollen. Der Harzer Tourismusverband meldet keine Einbrüche bei den Gästezahlen, dafür Aussichten, die es vorher nicht gab: Von vielen Wegen sieht man zum ersten Mal die Form des Gebirges.

Unsere Bilder

So sah es im Frühjahr aus

Eckerlochstieg und Acker, von uns fotografiert.

Steiniger Pfad im Gegenlicht zwischen abgestorbenen Fichten

Eckerlochstieg: Totholz und Jungwuchs

Granitblöcke und Baumstümpfe am Eckerlochstieg

Granit, Stümpfe, junge Fichten

Verschneiter Weg zwischen toten Fichten auf dem Acker

Der Acker im Winter

Blick über den winterlichen Acker

Blick vom Acker

Häufige Fragen

Was Gäste zum toten Wald fragen

Ist der Harz noch schön?

Ja, aber anders als auf alten Postkarten. Die toten Fichten stehen vor allem oberhalb von 600 Metern, dazwischen wächst ein junger, heller Wald, und von vielen Wegen sieht man zum ersten Mal die Form des Gebirges. Die Täler im Südharz, auch das Tal um Lonau, sind Buchenland und grün.

Wann ist der Wald wieder grün?

Grün ist er schon: Himbeere, Birke, Eberesche und junge Fichten stehen überall zwischen den toten Stämmen. Einen Wald mit Kronen, unter denen man im Schatten geht, erwartet der Nationalpark auf den meisten Flächen in wenigen Jahren, hohe Bäume brauchen Jahrzehnte.

Kann man im toten Wald wandern?

Ja, auf den markierten Wegen, im Nationalpark gilt das Wegegebot. An Wegen wird gesichert, abseits nicht. Bei Sturmwarnung bleibt man unten, bei Waldbrandstufe 5 sind Wege gesperrt und die Brockenbahn fährt nicht mit Dampf. Unter toten Fichten rastet man nicht.

Warum räumt niemand auf?

Weil Totholz der Boden des neuen Waldes ist: Es speichert Wasser, schützt Keimlinge vor Frost und Verbiss und ernährt rund 600 Pilz- und 1.350 Käferarten. Außerdem sind es über 11.000 Hektar, meist weglos. Der Nationalpark greift nur in einem 500-Meter-Streifen an seiner Grenze ein.

Was sagen die Kritiker?

Der tote Wald brennt: Am 3. September 2022 standen am Brocken rund 150 Hektar Fichtenskelette in Flammen, 1.800 Einsatzkräfte brauchten zehn Tage. Seither fährt die Brockenbahn bei Waldbrandstufe 5 nicht mit Dampf, und Wege werden gesperrt.

Befällt der Borkenkäfer auch Buchen?

Der Buchdrucker nicht, er braucht Fichte. Buchen haben eigene Sorgen nach den Dürrejahren, die Kronen sind etwas lichter als normal, aber sie sterben nicht flächig. Deshalb sind die Hänge um Lonau grün.

Sieht man den Wandel vom Ferienhaus aus?

Vom Haus aus beginnt die Wanderung auf den Acker: unten Buche, ab 600 Metern tote Fichte, oben an der Hanskühnenburg der weite Blick. Rund drei Stunden hinauf, auch im Winter.

Den Waldwandel vor der Haustür

Lonau liegt im Buchenwald, der Acker mit dem Waldwandel beginnt am Haus. Wunschtermin prüfen und unverbindlich anfragen.

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